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Serie "Goldratt und die TOC" Teil 65: Wie überzeuge ich die Anderen? (Forts.)

Auszug aus "Goldratt und die Theory of Constraints" von Uwe Techt.

Die Stolpersteine, die wir auf diesem Wege identifizieren, existieren sowieso, egal ob wir sie jetzt schon erkennen und uns darauf einstellen oder erst zu einem späteren Zeitpunkt. Es ist jedoch viel besser, mögliche Schwierigkeiten frühzeitig zu erkennen und in den Umsetzungsplan einbauen zu können. Dadurch sind wir einerseits besser auf die Stolpersteine vorbereitet und erhalten andererseits auch einen fundierteren Projektplan.

Es kommt leider viel zu oft vor, dass der Entwickler einer Lösung (sei es nun ein Konstrukteur für eine technische Entwicklung oder eine Führungskraft, wenn es um die Veränderung von Abläufen oder Organisationsstrukturen geht) so sehr auf die Vorteile seiner Lösung fixiert ist, dass er die möglichen negativen Nebeneffekte und Stolpersteine nicht nur übersieht, sondern – was viel schlimmer ist – dazu neigt, diese herunter zu spielen. Wenn zu einem späteren Zeitpunkt diese negativen Nebeneffekte und Stolpersteine dann deutlich werden, erscheinen sie in der Wahrnehmung des Entwicklers als völlig unerwartet und unberechtigt, während sie aus der Sicht der Bedenkenträger wertvolle Hinweise für die weitere Verbesserung der Lösung und des Umsetzungskonzeptes darstellen. Je mehr der Entwickler einer Lösung die Augen und Ohren gegenüber diesen Widerständen verschließt, um so länger wird der Weg sein, den er anschließend zurücklegen muss während er versucht, seine Lösung in der Organisation zu verkaufen.

Öffnet er sich jedoch frühzeitig für die Äußerung von negativen Nebeneffekten und  Stolpersteinen, kann er von vornherein Zustimmung und Mitwirkung der Beteiligten erzielen und dadurch eine schnellere Entwicklung und Umsetzung seiner Idee bewirken.

Die Theory of Constraints  stellt mit ihren „Denkprozessen“ ein vollständiges und wirkungsvolles Toolset zur Verfügung. Dieses hilft uns nicht nur, die Widerstände zu erkennen und zu bearbeiten, sondern auch die ursprüngliche Lösung weit über ihren ersten Entwurf hinaus zu verbessern.

Die TOC-Denkprozesse sind logische Analyse-, Entwicklungs- und Kommunikationsinstrumente, die unabhängig voneinander genutzt werden können, in ihrem Zusammenwirken jedoch einen schlüssigen Problemlösungs- und Changemanagementprozess darstellen. Ihre Absicht besteht darin, die Intuitionen der beteiligten Menschen zu nutzen und in eine Form zu bringen, die es ermöglicht, über das intuitive Wissen rational zu diskutieren. Das Wissen kann ohne persönliche Angriffe hinterfragt und schließlich so modifiziert werden, dass es immer mehr von einer persönlichen Wahrheit zu einem gemeinsamen Bild eines Teams wird.

Die TOC-Denkprozesse werden für die Entwicklung einer Lösung ebenso genutzt wie für die Kommunikation, Zusammenarbeit und Konsensfindung zwischen all den Personen und Interessengruppen, die in die Entwicklung und Umsetzung einer Lösung eingebunden sein müssen oder davon betroffen sind.

Posted from Sandra Schmadtke, 20.04.2010 00:00
Goldratt und die TOC (Serie)

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