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Serie "Goldratt und die TOC" Teil 50: Unsere Projekte sind zu langsam (Forts.)

Auszug aus "Goldratt und die Theory of Constraints" von Uwe Techt.

Problem: Schädliches  Multitasking

Stellen Sie sich diese Situation vor: Ein Mitarbeiter soll in den nächsten Wochen an drei Projekten arbeiten. Dafür wurde ein Plan aufgestellt. Aber: Alle drei Projekte sind bereits in terminlichen Schwierigkeiten. Alle drei Projektleiter fordern dringend die Arbeit der Ressource an.

Kann der Mitarbeiter jetzt noch in Ruhe eine Aufgabe nach der anderen erledigen? Wahrscheinlich ist: Er wird gezwungen, zwischen den verschiedenen Aufgaben zu wechseln.

Darstellung des Problems

Dadurch entstehen zwei negative Effekte:

  • Die Setup-Zeiten erzeugen zusätzlichen Aufwand und verzögern die Fertigstellung
  • Alle drei Projektaufgaben werden – zum Teil erheblich – später fertig! Am deutlichsten wird dies bei der Aufgabe für Projekt A.

Immer wenn negatives Multitasking auftritt, gibt es einen drastischen Unterschied zwischen der Arbeitszeit, die in die Aufgabe investiert wird und die Durchlaufzeit, die für die Erledigung der Aufgabe benötigt wird:

  • Die Arbeitszeit bleibt in etwa gleich (lediglich erhöht durch wiederholtes Setup).
  • Die Durchlaufzeit erhöht sich dagegen um ein Vielfaches.

Durch negatives Multitasking werden alle betroffenen Projekte später fertig. Diese Art des Arbeitens nützt niemandem und schadet allen.

Der Grund für dieses negative Multitasking ist vordergründig die fehlende Fähigkeit, Prioritäten zu setzen. Ein tiefer liegender Grund ist der bei den meisten Führungskräften verankerte „Glaubenssatz“: „Je früher eine Aufgabe begonnen wird, umso früher ist sie fertig.“ Diese Annahme ist aber falsch! Durch eine neue Aufgabe, die sofort begonnen wird,  erledigen sich die anderen schon vorhandenen Aufgaben nicht von selbst. Sie sind weiterhin zu erledigen. Diese Situation erzeugt zwangsläufig negatives Multitasking.

Über eine weitere Annahme haben wir bereits gesprochen: „Jeder muss ständig beschäftigt sein.“ Auch in Projekt-Umgebungen sind lokale Effizienzen der Feind von tatsächlicher Produktivität. Nur zu oft gibt es Kennzahlen wie „% der Arbeitszeit, die auf Projekte gebucht ist.“

Posted from Sandra Schmadtke, 05.01.2010 00:00
Goldratt und die TOC (Serie)

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