Classic meets Avantgarde - die Highlights - Teil 6 des Berichts von Hannah Nowak
Ansgar Knipschild und Wolfram Müller aus der Praxis für die Praxis
Ansgar Knipschild, mgm technology partners
Ansgar Knipschild, mgm technology partners, zeigte in seiner Präsentation den Einsatz von Scrum-Methoden im Rahmen von Critical Chain Projektmanagement in der Softwareentwicklung. Einen Tag verwendet ein Projektteam darauf, die Anforderungen aufzunehmen und zu visualisieren, sowie die logischen zusammenhänge des Projekts grob zu planen und die Dauern zu schätzen.
An kritischen Integrationspunkten werden Sprints der Scrum-Methodik als Projektschritte eingebaut. Diese dienen als Sammelaufgabe für während der Umsetzung erkannte, zusätzliche Aufgaben. Diese Grobplanung wird dann mit dem gratis AddIn CC Pulse in MS Project abgebildet. Dann werden Urlaube usw eingetragen, Ressourcen zugeordnet, Dauern eingegeben und dann mit einem Klick in CC Pulse ein CCPM-Plan mit Puffern und kritischer Kette generiert.
Nachdem der Basisplan erstellt wurde, kann man mit CC Pulse auch das Update der Restdauern der Aufgaben durchführen. Looking Glass Reports liefern einen intuitiven, realistischen Blick auf das Projekt.
Wichtig für den Erfolg der Projekte von MGM sind außer dieser Methode auch das Gesetz des Full Kit, visuelles Anforderungsmanagement, die Definition of Done und dass Tests immer Teil der Anforderungen sind.
Wolfram Müller, Speed4Projects
Wolfram Müller, der zusammen mit VISTEM bei der 1&1 Critical Chain Projektmanagement eingeführt hat, stellte in seinem Vortrag die Vorteile von Scrum und CCPM für Einzelprojektmanagement von Softwareentwicklungsprojekten vor. Die Vorteile von Scrum sind Einfachheit, begrenztes WIP (Work in Progress) und dass alle an einem Strang ziehen. Nachteile sind das Gedränge, dass zum Backlog jederzeit etwas dazugefügt werden kann, „it is done when it is done“, keine differenzierte Vorhersage des Erfolgs (nur Termin gehalten/nicht gehalten), und die Gefahr, dass etwas entwickelt wird, das bereits entwickelt und wieder verworfen wurde. Die Vorteile von CCPM, die in die Methode eingearbeitet wurden, sind: WIP-Kontrolle, Puffer und Fortschrittskontrolle.
Doch um WIP zu begrenzen, muss man zuerst wissen, was zu tun ist, wie lange es dauern wird, wie viel dazu kommen wird und wie viel man wie schnell schaffen kann. Dafür entwickelte Herr Müller eine Funktion aus Arbeitsmenge und Geschwindigkeit, die die Erfolgswahrscheinlichkeit des Projekts darstellte. Diese sollte bei 80% liegen, wenn man ein Projekt beginnt. Eine weitere Funktion zeigt Fertigstellungstermine und deren Wahrscheinlichkeit des Eintretens, als Kommunikationswerkzeug mit dem Management. Mit einem CCPM Fever-Chart wird der Projektstatus visualisiert. Weitere Infos auch unter http://www.reliable-scrum.de/