Jan Schriever veranschaulichte in seinem Vortrag bei der TOC4U-Netzwerktagung den Wandel, der im Unternehmen Hans Schriever GmbH & Co. KG durch die Theory of Constraints Einzug gehalten hat. Angefangen hat alles mit der EKS (Engpasskonzentrierte Strategie): Schriever konzentrierte sich auf Stärken seines Unternehmens und wies Spezialgebiete aus. Eine erste Zielgruppenanalyse führte jedoch nicht auf den richtigen Weg, allerdings war die zweite dann ein voller Erfolg. Der Verkauf war begeistert, aber nach kurzer Zeit war die Produktion überlastet.
Die Produktion musste nun für die neue Zielgruppe viele kleine Aufträge produzieren. Die Norm war jetzt: 2h rüsten, 1h Produzieren, Pause, 2h Rüsten, 1h Produzieren. Das Produktionsmanagement geriet schnell in Panik, weil die Stückzahlen (Kennzahl) stark sanken. Der Versuch, entgegenzuwirken, indem alle noch nicht aktuellen Aufträge in die Produktion geschickt wurden, führte dazu, dass das Rohstofflager bald leer, das Fertiglager aber voll mit nicht benötigten Produkten war.
Jan Schriever erinnerte sich in dieser Zeit an das Buch „Das Ziel“ von Dr. Eli Goldratt und besprach dieses mit dem seinen Führungskräften, um gemeinsame Lösungen für die aktuellen Probleme zu entwickeln. Wider Erwarten stellte sich heraus, dass der Engpass nicht in der Presserei, sondern in der Materialverfügbarkeit war. Nach dieser Erkenntnis durften nur noch Aufträge, die innerhalb der nächsten 6 Wochen geliefert werden sollten, produziert werden. Das Materiallager wurde vergrößert, das Fertiglager verkleinert.
„Poolen“ von ähnlichen Aufträgen für kürzere Rüstzeiten wurde verboten, Maschinengruppen bekamen die Autorität, Prioritäten nach Tagessituation und Verfügbarkeit der Ressourcen zu ändern.
Des Weiteren wurde die Kostenrechnung abgeschafft: Bisher wurden die neuen, teuren, schnellen Maschinen nicht verwendet, weil sie einen höheren „Stundensatz“ hatten und stattdessen auf drei alten Maschinen produziert. Das änderte sich nun.
Den Hebel zum erfolgreichen Unternehmen sieht Jan Schriever im Durchsatz. Aufträge müssen die Organisation schneller durchlaufen – angefangen über die Auftragsbearbeitung in der Verwaltung über die Rüstzeiten bis hin zur Fertigungszeit.