Auszug aus "Goldratt und die Theory of Constraints" von Uwe Techt.
Befürchtung, dass die Stolpersteine bei der Umsetzung nicht überwunden werden können
In der fünften Schicht der Widerstände wird die Realisierung der Lösung diskutiert. Es geht nicht mehr um das „was“, es geht nur noch um das „wie“, den Modus und die Planung der Umsetzung. Stolpersteine – zu Recht vermutet oder „nur“ befürchtet – werden nun aufgegriffen. Auch hier gilt das, was schon in den vorausgegangenen Schritten für den Umgang mit Widerstand galt: Einwände sind nicht zu bekämpfen, sondern im Konsens aufzulösen. Teilnehmer, die die Ideen und Lösungen anfechten, liefern einen wichtigen Beitrag zum Prozess. Sorgfältige Diskussion der Beiträge hilft, die Ergebnisse zu verbessern – und diese Personen „ins Boot zu holen“, sie zu Mitstreitern zu machen.
Bei dieser fünften Schicht lohnt sich die Offensive. Widerstände – also vermutete Stolpersteine – werden abgefragt und aufgelistet. Die Gegenargumente kommen zustande, weil sich die Beteiligten (noch) nicht vorstellen können, wie die Umsetzung detailliert zu gestalten ist und wie Stolpersteine überwunden werden können.
Zunächst werden die Stolpersteine gesammelt und notiert. Anschließend werden die (scheinbar unüberwindlichen) Hindernisse umformuliert zu übersichtlichen Meilensteinen und Zwischenzielen, die das Gerüst für den Veränderungsplan bilden. Auch hier gilt das Prinzip strenger Logik: Welche Ziele, Meilensteine und Aufgaben ergeben sich aus dem Hindernis? Was muss getan werden, damit die Meilensteine erreicht werden?
Gewissermaßen wird der Stolperstein „genutzt“. Dieser Schritt erhöht die Mitwirkung der Kritiker; ihre Widerstände werden in aktive Unterstützung verwandelt. Bemerkenswert: Diejenigen, die Einwände vorbringen, kennen zumeist schon die Antwort auf die Frage, wie die Stolpersteine zu meistern sind. Erst die Visualisierung und die Diskussion bringt sie dazu, diese Lösung auch zu äußern.
Im nächsten Schritt werden die Meilensteine und Zwischenziele geordnet: Welche Zwischenziele und Meilensteine sind Voraussetzung für die nächsten? Dann wird gefragt, ob die Zwischenziele und Meilensteine – sofern erreicht – ausreichen, um an das Gesamtziel zu gelangen.
Jetzt besteht Klarheit und Einigkeit, wie die Stolpersteine überwunden und wie die gefundene Lösung tatsächlich realisiert werden kann. Die scheinbaren Widerstände sind in Zustimmung und Mitwirkung verwandelt.