Derzeit findet im niederländischen Amsterdam die europäische Konferenz der TOCICO, die "1st European TOCICO Results Conference" statt.
In seinem einführenden Vortrag führt Eli Goldratt die TOC auf einen zunächst einzigen, zentralen Begriff zurück, aus dem sich das gesamte Denkgebäude ableiten lässt: Focus.
Diesen Begriff zu definieren ist schwierig, existiert er doch in der Umgangssprache und in verschiedenen Fachsprachen in zahlreichen Zusammenhängen. Eli Goldratt definiert zunächst so: „Do what should be done”.
Was sollte also getan werden? Einer der üblichen Wege, diese Frage zu beantworten, geht auf das Pareto-Prinzip zurück, wonach 20% der Elemente eines Systems für 80% des Systemergebnisses verantwortlich sind. Also ist es erforderlich, bei der Betrachtung oder Verbesserung des Systems genau diese Elemente zu identifizieren. Allerdings stellte bereits Pareto fest, dass diese Regel nur gilt, wenn die Elemente unabhängig voneinander sind. Durch Interdependenz der Elemente (wie etwa in einer Organisation und allen soziotechnischen Systemen) wird die Situation verändert. In der Praxis ist folglich die Zahl der relevanten Elemente sehr gering; sehr wenige Elemente bestimmen fast den gesamten Effekt. Es ist somit relativ einfach, in einem System Focus auszuüben.
Interdependenz bedeutet aber auch, dass die Nichtconstraints in einem System nicht ignoriert werden dürfen. Sie bedürfen ebenfalls einer besonderen Behandlung. Während die Vorstellung, „mehr ist besser“ nur für den Constraint gilt, verfügen die anderen Elemente über einen Schwellenwert (dessen Höhe abhängig ist vom Zusammenhang der Element mit dem Constraint), ab dem „mehr“ zu Ergebnisverschlechterung führt. Also: die lokalen Optima der Nichtconstraints (und auch nicht deren Summe) befinden sich nicht am gleichen Ort wie das globale Optimum. Daraus ergibt sich der zweite Punkt der Definition des Begriffes Focus: „Don’t do what should not be done!“