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Votorantim führt Anlagenwartung dank CCPM schneller und billiger durch

Votorantim ist ein 90 Jahre alter brasilianischer Mischkonzern in Familienbesitz, einer der größten privatwirtschaftlichen Konzerne in Lateinamerika. Im Bergbaubereich (Nickelpulver) wird bis 2013 eine Verdreifachung der Produktion erwartet.

Auf der Anwender-Konferenz von Realization Technologies, dem Anbieter der CCPM-Software Concerto, wurden im September 2009 Erfahrungen vom CCPM-Einsatz bei Anlagenwartungsprojekten am Standort Fortaleza de Minas, wo am Ort gefördertes Nickel verarbeitet und Schwefelsäure produziert werden. Ein Bericht von Christoph Lenhartz.

Ausgangslage

In der Prozessindustrie müssen Anlagen nicht nur für die regelmäßigen Wartungen, sondern auch für Erweiterungsarbeiten heruntergefahren, also vollkommen abgeschaltet werden.

Während dieses Stillstands kann nicht produziert werden, daher ist es erforderlich, die Arbeiten schnell und zuverlässig durchzuführen, um sowohl wenig Produktionszeit zu verlieren, als auch den folgenden Produktionszyklus ohne Störungen gewährleisten zu können.

Solche Projekte erfordern eine Planungszeit von 7,5 Monaten, in der der Umfang festgelegt wird sowie Beschaffung, Planung, Training und andere Vorbereitungen stattfinden. Anschließend wird zunächst die Rohstoffbehandlung und dann die Gießerei heruntergefahren und gewartet. Abschließend wir die gesamte Anlage wieder angefahren.

In das gesamte Projekt werden 780 Personen von Votorantim und 70 Zulieferern bzw. Subunternehmern eingebunden.

In 2007/2008 waren alle Wartungsprojekte verspätet, teuerer als geplant und es konnten jeweils nicht alle geplanten Arbeiten durchgeführt werden. Im Ergebnis wurde jeweils der folgende Produktionszyklus negativ beeinflusst (weniger Durchsatz, schlechterer Nutzungsgrad und schlechtere Qualität).

Herausforderungen für die Wartung 2009

  • Im vorhinein ist nicht genau bekannt, was in einer Anlage in welchem Umfang repariert werden muss, dies gilt besonders für die Gießerei)
  • Die Synchronisierung von 70 Unternehmen und 780 Mitarbeitern stellt eine besondere Herausforderung dar
  • Beginn- und Endzeitpunkt sind des Projektes sind genau vordefiniert und nicht veränderbar
  • Das Projekt muss schnell ablaufen, es gibt keine Zeit für eine Lernkurve
  • Es handelte sich um den größten Anlagenstillstand, dessen Umfang zehnmal so groß war wie bei alle vorherigen Wartungen
  • Für 2010 sollte Steigerung der Ausbringungsmenge von eine 7 Kilotonnen auf 15 Kilotonnen erreicht werden
  • Der folgende Produktionszyklus sollte statt 12 nun 18 Monate laufen
  • Verschiedene interne Abteilungen müssen reibungslos zusammenarbeiten

Das übliche Vorgehen würde nicht reichen

Die übliche Vorhegensweise war mit Desynchronisation verbunden, die zu hohen Verlusten führte:

  • Ressourcen wurden oft versetzt
  • Vorbereitungen waren unvollständig oder nicht zielgerichtet
  • Probleme wurden nicht oder nur schlecht gelöst

In dieser Situation war klar, dass man diese wesentlich größere Herausforderung nicht mit den bekannten Methoden würde bewältigen können.

Lösung mit Critical Chain Projektmanagement

Der 2009er Wartungszyklus wurde mit CCPM unter Einsatz der Software Concerto geplant und durchgeführt.

  • Zunächst wurde in der Planung das Gesamtprojekt in zwei Einzelprojekte unterteilt: Verarbeitung und Gießerei
  • Diese Projekte wurden mit aggressiven Aufgabendauern und Puffern geplant
  • Die Planung berücksichtigte jeweils die Engpassressource, um dort den WIP gering zu halten
  • Im vorhinein wurden mehrere Planungsszenarien durchgespielt

Umsetzung

Für den Erfolg des Gesamtprojektes musste das bestmögliche Taskmanagement erreicht werden. Dazu wurden u.a. folgende Maßnahmen ergriffen:

  • Erfahrene Spezialisten dienen allen untergeordneten Teams als Berater
  • Täglich werden 20-30-minütige Status-/Übergabemeetings druchgeführt
  • Der Pufferstatus wird täglich bestimmt und an fast jedem Tag Maßnahmen zu dessen Sicherung ergriffen

Ergebnisse

Trotz großen Umfangs und hoher Komplexität konnte folgendes erreicht werden:

  • Das Gießerei-Teilprojekt wurde nach 30 Tage pünktlich auf die geplante Stunde abgeschlossen
  • In der Verarbeitung wurden nur 19 statt der geplanten 20 Tage benötigt
  • Nur 96% des geplanten Budgets (7 Mio. USD) wurden ausgegeben
  • 100% des geplanten Umfangs wurden erledigt
  • Es gab erstmals keinen nennenswerten Arbeitsunfall

Erfahrungen

  • Durch guten Einsatz von Full Kit (55% aller erforderlichen Teile befanden sich zu Projektbeginn bereits an Ort und Stelle) konnte erreicht werden, dass 86% aller Teile pünktlich verfügbar waren
  • Entscheidend war eine starke und schnelle Problemlösung und Alternativensuche und -bewertung, um ohne Zeitverlust die jeweils beste Lösung für auftretende Probleme zu finden
  • Gutes Taskmanagement ist entscheidend für den Erfolg, auch wenn es die Änderung von bestehenden Rollen erfordert
  • Ein diszipliniertes Verfolgen des Prozesses und Puffermanagement sichern den Erfolg
Posted from Christoph Lenhartz, 15.10.2009 00:00
Prozessindustrie CCPM Fallstudie Budget

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