Auszug aus "Goldratt und die Theory of Constraints" von Uwe Techt.
Was liegt hinter dem Engpass?
Sie haben es bereits bemerkt! Hinter dem Engpass liegt noch etwas: Der Grund dafür, warum es nicht möglich ist, den Engpass vollständig zu nutzen. Und warum es nicht möglich ist, der Engpass-Nutzung alles andere unterzuordnen.
Oft handelt es sich um überholte Paradigmen, die Menschen in ein Dilemma bringen: Einerseits zu tun, was jetzt sinnvoll erscheint, um den Durchsatz des Gesamtsystems zu verbessern. Andererseits genau das nicht zu tun, um eine bestehende Regel, der auch ein fundamentales Bedürfnis zugrunde liegt, nicht zu gefährden.
Als Beispiel ein bereits bekanntes Dilemma:
Solange ein solches Dilemma besteht, gibt es Widerstände gegen bessere Lösungen und fallen Unternehmen immer wieder in alte Vorgehensweisen zurück.
Problem: lokale Optimierung
An der Wurzel der meisten Probleme in Unternehmen liegt ein Paradigma, das noch nie richtig war, aber dennoch das Handeln, die Mechanismen, Steuerungssysteme, Regeln in den Unternehmen bestimmt:
Die Optimierung von Teilen führt automatisch zur Optimierung des Ganzen.
Weil dieses Paradigma lebt, gibt es die Kostenrechnung, werden lokale Effizienzen als dominante Kennzahlen verwendet und gelten viele andere Regeln, von denen Führungskräfte und Mitarbeiter oft intuitiv wissen: „Eigentlich ist es Unsinn“. Denn wahr ist:
Die Optimierung eines Teiles ist nicht einmal ein Hinweis auf die Optimierung des Ganzen.
An der Wurzel der Probleme Ihres Unternehmens liegen vielleicht noch weitere Paradigmen vergraben. Diese zu finden, ist vorrangige Aufgabe des Top-Managements.
Glücklicherweise kommt uns dabei ein Grundprinzip der Systemtheorie zur Hilfe: