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Serie "Goldratt und die TOC" Teil 37: Selbst produzieren oder einkaufen? (Forts.)

Auszug aus "Goldratt und die Theory of Constraints" von Uwe Techt.

Selbst produzieren oder einkaufen?

Make-or-buy-Entscheidungen können nur dann fundiert getroffen werden, wenn bei der Entscheidungsfindung die Wirkung auf den Engpass berücksichtigt wird.

Wenn Outsourcing dazu führt, dass Kapazität am Engpass frei wird, dann können wir die Kosten der externen Beschaffung dem zusätzlich möglichen Durchsatz des Unternehmens gegenüber stellen.

Wenn die Entscheidung die Kapazität des Engpasses nicht beeinflusst, dann sparen wir nur Rohmaterial ein.
Beachten Sie bitte zusätzlich:

Out- oder Insourcing verändert in aller Regel die Bestände (Puffer). Und das müssen wir bei der Make-or-buy-Entscheidung berücksichtigen.

Und die Bestände?

Eines der größten Probleme, die uns das Rechnungswesen beschert, ist der Umgang mit Beständen: Bestände sind eine Belastung für das Unternehmen, weil sie unsere Wettbewerbsfähigkeit verringern. Dennoch werden Bestände in der Buchhaltung, G+V, Bilanz als Vermögen gewertet. Außerdem verhindern gesetzliche Regelungen die Wertung von Beständen als Belastung.

Die Lösung dafür ist, dass Sie Ihre Bestände mit dem Einkaufspreis bewerten, d.h. dass Sie keine „Wertschöpfung“ auf die Bewertung der Bestände umlegen. Wenn Sie das tun, dann hat die Erhöhung oder Verringerung der Bestände keine künstlichen Gewinne / Verluste zur Folge.

Bitte beachten Sie dabei aber unbedingt die folgende Warnung:

  • Die Senkung von Beständen ist erforderlich, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
  • Die Senkung von Beständen und die Umbewertung von Beständen führen zu künstlichen Verlusten.
  • Daher ist VOR einer Umstellung intensive Kommunikation und Zusammenarbeit mit Gesellschaftern, Banken, Analysten und anderen Interessengruppen erforderlich.

Denkanstöße

  • Wie entscheiden Sie heute über Investitionen und über Make-or-buy?
  • Wie wird in Ihrem Unternehmen ermittelt, ob sich ein Produkt (eine Leistung, ein Projekt) lohnt?
  • Wo gibt es „lokale Optimierungen“? Welche Kennzahlen sind lokal ausgerichtet?
  • Welche spürbaren Auswirkungen hat das für Ihr Unternehmen?

Zusammenfassung

Hüten Sie sich davor, Entscheidungen weiterhin aufgrund ihrer lokalen Auswirkungen zu beurteilen. Das ist keine Trivialität, sondern bedeutet einen Paradigmenwechsel im Unternehmen.

Verwenden Sie

  • Durchsatz (D)
  • Investition / Bestände (BI)
  • Betriebskosten (BK)

als Grundlage jeder Entscheidung.

Posted from Sandra Schmadtke, 06.10.2009 00:00
Goldratt und die TOC (Serie)

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