Auszug aus "Goldratt und die Theory of Constraints" von Uwe Techt.
Wirkung der Investition auf die Betriebskosten
Eine Senkung der Betriebskosten wird oft mit einer Einsparung von Arbeitszeit begründet. Wenn die freiwerdenden Mitarbeiter nicht entlassen werden, ist das jedoch nur ein Spiel mit Zahlen. Allerdings kann eine Investition die Betriebskosten erhöhen (z.B. Wartung, Instandhaltung, Bedienung der Maschine). Das wird oft vergessen.
Wirkung der Investition auf die Höhe der Bestände und Investitionen (BI)
Die erste Wirkung ist unmittelbar: eine Investition vergrößert die Menge des im Unternehmen gebundenen Geldes. Darüber hinaus hat eine Investition aber auch Einfluss auf die Bestände, insbesondere auf die zur Sicherung des Engpasses vorhandenen Zwischenbestände.
Folgende Fälle können auftreten:
Fall 1: Die Investition erhöht die Engpass-Kapazität, der Engpass bleibt aber bestehen. Jetzt muss der erweiterte Engpass stärker als zuvor abgesichert werden: entweder durch die Erhöhung des Sicherheitsbestandes vor dem Engpass (Investition in Bestände) oder durch die Erhöhung der Kapazität der zuliefernden Maschinen (Investitionen in Anlagen). Beides erhöht BI.
Fall 2: Die Investition erhöht die Kapazität des (bisherigen) Engpasses und der Engpass verschiebt sich „downstream“. Jetzt ist der neue Engpass von mehr vorgelagerten Anlagen abhängig als der alte. Der Sicherheitsbestand muss vergrößert werden. Das erhöht BI.
Fall 3: Die Investition erhöht die Kapazität des (bisherigen) Engpasses und der Engpass verschiebt sich „upstream“. Jetzt ist der neue Engpass von weniger vorgelagerten Anlagen abhängig als der alte Engpass. In diesem Fall kann der Sicherheitsbestand verringert werden. Das senkt BI.
Fall 4: Die Investition erhöht nicht die Kapazität des Engpasses sondern der Ressource, die bisher (z.B. durch Störungen) immer das größte Loch im Sicherheitsbestand verursacht. Jetzt kann der Sicherheitsbestand vor dem Engpass verkleinert werden. Wir reduzieren also BI durch eine Reduktion von Beständen.