Auszug aus "Goldratt und die Theory of Constraints" von Uwe Techt.
Folgen Kosten wirklich der Additiv-Regel?
Die Ketten-Analogie hinkt:
In einer Kette hat eine Gewichtsreduzierung eines einzelnen Gliedes keine Auswirkungen auf das Gewicht der anderen Glieder. In Unternehmen dagegen führt eine Kostenreduzierung in einer Abteilung oftmals dazu, dass die Kosten in anderen Bereichen steigen oder sonstige Nachteile entstehen.
Beispiele sind:
Aufwand innerhalb einer Abteilung einsparen, indem Informationen anders oder nicht mehr dokumentiert werden, führt zu Mehrarbeit oder Fehlern in anderen Bereichen
Einkaufskosten senken, indem auf günstigere Lieferanten ausgewichen wird, führt zu Schwierigkeiten im Produktionsanlauf
Transportkosten senken, indem die Laster bis oben hin beladen werden, führt dazu, dass Ware nicht vorhanden ist, wenn der Kunde sie kaufen möchte
Schlussfolgerung
Lokale Kosteneinsparungen führen keineswegs immer zu globalen Verbesserungen. Sie dürfen nicht unter lokalen Gesichtspunkten betrachtet werden.
Damit ist der Kernkonflikt aufgelöst. Nun haben wir die Aufgabe, ein Kennzahlensystem zu gestalten, das in jeder Hinsicht auf die Verbesserung der Gesamtorganisation ausgerichtet ist und es jedem Einzelnen ermöglicht, seine (lokalen) Aktivitäten und Entscheidung im Hinblick auf die Auswirkungen auf das Gesamtunternehmen zu bewerten. Wie kann dieses Kennzahlensystem aussehen?