Der vierte und letzte Teil des Berichts vom Treffen am 20. und 21. März 2009 in Salzburg. Nächstes Treffen: 19. und 20. Juni 2009 in Hamburg.
Franz Nowak –Win-Win-Win Public Work Conference 2008
In Vertretung seiner Tochter Hannah Nowak, die kurzfristig erkrankt war, erzählte Franz Nowak von der Konferenz in Hokkaido, die seine Tochter besucht hatte. Eli Goldratt war als Keynotespeaker geladen. Hannah konnte feststellen, dass Eli Goldratt in Japan nicht so bekannt ist, sondern dass sich die japanischen TOC-Praktiker an japanischen Quellen ausrichten (englische Sprachkenntnisse noch recht gering).
Der „Treiber“ in Japan ist Yuji Kishira. Dieser hat vor 5 Jahren begonnen systematisch Critical Chain in der Bauwirtschaft und vor allem im Infrastruktur Ministerium bekannt zu machen. Nebenher wurde japanisch sprachige Software entwickelt, um die Prozesse zu unterstützen. In der Folge berichteten viele Firmen über ihre Erfolge mit Critical Chain. Einhaltung von Lieferzeiten und kurze Durchlaufzeiten sind in Japan besonders wichtig, weil ein Erdbeben oder ein früher Taifun halbfertige Bauwerke gnadenlos wieder entfernen kann (erdbebensichere Brücken, Straßenbau entlang der Küste, Hochwasserverbauten, …).
Die systematische Erfolgsquote der CCPM-Projekte bewegte das japanische Infrastruktur Ministerium zur Einführung des Win-Win-Win-Konzepts (Es gewinnt die Bevölkerung, das Ministerium und die Bauträger). In diesem Rahmen muss von den Bauträgern die CCPM Methode eingesetzt werden und das Ministerium verspricht innerhalb von 24 Stunden(!) nötige Entscheidungen zu treffen, wenn durch eine Nicht-Entscheidung das Projekt aufgehalten würde.
Weitere Infos unter hannah.nowak@prinetsol.com
Uwe Techt – Managing in a Recession
Viele Unternehmen leiden unter der Wirtschaftskrise. Uwe Techt erklärte in seinem sehr einleuchtenden Vortrag welche Maßnahmen projektorientierte Unternehmen jetzt ergreifen müssen und warum sie das tun müssen. Es gilt am Markt zu bestehen und durch geeignete Maßnahmen einen Wettbewerbsvorteil zu erarbeiten. Durch eine klare Zielsetzung wird dies in der Regel möglich sein. Dies gilt gleichermaßen für Produktionsunternehmen, aber vor allem auch für Unternehmen, die mit Projekten ihr Geld verdienen.
Wenn (in einem Markt) die Liefertreue der Lieferanten notorisch schlecht ist und späte Lieferung große Konsequenzen für den Kunden hat, dann ist Zuverlässigkeit ein wesentliches Kundenbedürfnis. Deshalb muss die Strategie eines Unternehmens darin bestehen, diese Zuverlässigkeit zu erreichen und daraus einen Wettbewerbsvorteil zu erarbeiten.
Aber wie schafft man das? Die Lösung klingt einfach. Kann sie wirklich gelingen?
Uwe Techt stellte anhand eines sog. Strategie- und Taktikbaumes klar, welche Maßnahmen zu Beginn sinnvoll und wichtig sind und welche zu einem späteren Zeitpunkt zum Zuge gekommen. Die ersten Schritte kosten kein Geld, zeigen aber sofort enorme Wirkung.
Der erste Schritt: Projekte einfrieren – um den Workload zu reduzieren werden Projekte priorisiert und ca. 25% der Projekte eingefroren. Der Effekt ist, dass alle noch laufenden Projekte viel schneller vorangehen und abgeschlossen werden können. Sodann konzentriert sich das Unternehmen auf die drei wichtigsten Regeln in Critical Chain:
1.Projekte Staffeln
2.Puffer bündeln
3.Prioritäten setzen (Buffer-Management)
Uwe Techt zeigte, dass hier fast unglaubliche Ergebnisse erzielt werden. 30% mehr Umsatz, 25% schnellere Projekte und deutlich mehr Gewinn (bis zu 50%). Den besten Nachweis erhält man natürlich von den Unternehmen selbst. Deshalb sprach auch Uwe Techt nochmals die Einladung zur Anwenderkonferenz „Erfolg im Projektgeschäft“ am 28. und 29. April in Darmstadt aus, bei der Geschäftsführer und Führungskräfte von ihren Erfahrungen und Ergebnissen berichten.